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Budget der Schule mit schwarzer Null

12. Oktober 2021
Die Schulgemeinde Hittnau legt ein ausgeglichenes Budget 2022 vor. Selbstverständlich ist das nicht, vor Jahresfrist war noch ein Defizit von nahezu einer halben Million erwartet worden. Nun soll – bei einem unveränderten Steuerfuss von 68 % - ein bescheidenes Plus von 9'300 Franken resultieren.

Im Dezember 2020 hatte die Schulpflege der Gemeindeversammlung ein Budget für das Jahr 2021 mit einem Aufwandüberschuss von 485'000 Franken vorgelegt. Hauptverantwortlich für die negative Einschätzung waren die schlechten Prognosen für die Steuereinnahmen und den sinkenden Finanzausgleich. Heute fällt der Blick in die Zukunft leicht optimistischer aus. Finanzausgleich und Steuereinnahmen steigen wieder an. Für das Budget 2022 wurde der Aufwand bewusst in engen Grenzen gehalten. Der Ertrag wurde vorsichtig optimistisch budgetiert. Damit soll die Erfolgsrechnung der Schulgemeinde mit einem kleinen Ertragsüberschuss von 9'300 Franken abschliessen. Dies bei einem Gesamtaufwand von 9.55 Mio. Franken – und damit 91'000 Franken weniger als im Vorjahr.

Wegen Personalwechseln tiefere Lohnkosten
Im Bereich Bildung – der mit Abstand grössten Kontogruppe – liegt der Nettoaufwand mit 9.037 Mio. Franken leicht unter jenem des Vorjahres (9.066 Mio.). Ursache dafür sind primär die kantonalen und kommunalen Besoldungen. Aus dem Weggang erfahrener Lehrpersonen und dem Nachrücken junger Kräfte geht ein sogenannter Rotationsgewinn hervor. Lehrpersonen mit hoher Einstufung gehen, Junge mit tiefer Lohnstufe kommen.

Bei den Schulliegenschaften steigen die Ausgaben aus verschiedenen Gründen. Einerseits ist der Reinigungsaufwand deutlich höher, andererseits steigt der Sanierungsbedarf bei fast allen Liegenschaften. Eine mittel- und langfristige Planung ist an die Hand genommen worden, um in Zukunft wieder auf ein tieferes Ausgabenniveau zurückzukehren. Im Bereich Sonderschulen kann durch den Austritt von Schülerinnen und Schülern ein markanter Rückgang des Aufwands um 190'300 Franken verzeichnet werden.

Finanzierung der Investitionen aus Herausforderung
Angesichts der nur mässig steigenden Erträge und des in etwa gleich bleibenden Aufwands zeigt sich die Herausforderung, die anstehenden Investitionen möglichst ohne neue Verschuldung finanzieren zu können. Eine zentrale Kenngrösse dafür ist die Selbstfinanzierung. Für einen langfristig gesunden Finanzhaushalt sollte diese bei mindestens 10 % liegen, was auch einer finanzpolitischen Zielsetzung der Schulpflege entspricht. Aktuell sind es nur gerade 4.3 %.

Deshalb muss für die kommenden Jahre ein deutlich positiver Saldo angestrebt werden. Dieses Ziel zu erreichen, ist allerdings alles andere als einfach. Ein Senken der Ausgaben ist nur bedingt möglich, ohne die Qualität der Schule zu vermindern. Bei den Einnahmen ist die Schulgemeinde einerseits vom Finanzausgleich abhängig, andererseits von Steuereinnahmen. Ersteres ist aktiv nicht beeinflussbar, letzteres hätte Steuererhöhungen zur Folge. Aus Kontinuitätsgründen ist für 2022 keine Veränderung des Steuerfusses angezeigt, auch weil der Finanzplaner die Entwicklung als positiv einschätzt.

Fürs 2022 sind Investitionen im Verwaltungsvermögen von 1‘555‘000 Franken geplant. Die grossen Brocken betreffen Dächer. Jene der Mehrzweckturnhalle, des Dorfschulhauses und der Primarschule müssen saniert werden. Als Investition in die Zukunft ist die Montage von Photovoltaikanlagen auf Oberstufen- und Dorfschulhaus geplant.

Christoph Boog

Budget 2022