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Hittnauer Kinder fühlen sich wohl in der Schule

3. Februar 2021

An der Schule Hittnau herrscht eine positive Atmosphäre, fast alle Schulkinder fühlen sich wohl. Zu diesem Ergebnis kommt die externe Schulevaluation des Volksschulamts. Verbesserungspotential wird in den Bereichen schulinterne Kooperation, Verbindlichkeit und gezielte pädagogische Entwicklung geortet.

Im Fünf-Jahres-Rhythmus evaluiert die kantonale Fachstelle für Schulbeurteilung alle Volksschulen im Kanton Zürich. An der Schule Hittnau erfolgte die Evaluation im zweiten Halbjahr 2020 zum dritten Mal. Beurteilt wurden neun Qualitätsansprüche. Grundlage bildete die Analyse von Dokumenten, schriftliche Befragungen, Beobachtungen im Schulbetrieb sowie Interviews.

Tragfähige Schulgemeinschaft
Dem Schulteam gelingt es, mit gezielten präventiven Massnahmen, vielfältigen Ritualen und Anlässen sowie Verhaltenserwartungen eine positive Atmosphäre zu schaffen: So beurteilt das Evaluationsteam das Klima an der Schule Hittnau. Auffällig sei, wie positiv die Schülerinnen und Schüler den Umgang untereinander einschätzen. Ein grosser Teil von ihnen fühlt sich von Lehrpersonen und Schulleitung ernst genommen, bemängelt aber gleichzeitig, zu wenig Einfluss zu haben auf Entscheidungen, welche sie betreffen. Auch die Eltern zeigen sich weitestgehend zufrieden mit dem Klima an der Schule.

Der generell wertschätzende Umgang ist auch in der Unterrichtsgestaltung spürbar, welche als lernförderlich beschrieben wird. Dazu gehört ein klar strukturierter Unterricht, bei dem die einzelnen Lernschritte stimmig aufeinander aufbauen.

Fördermassnahmen klar geregelt
Kinder mit besonderen Bedürfnissen zielgerichtet fördern: Dies ist eine besondere Herausforderung für jede Schule. In Hittnau ist man diesbezüglich gut unterwegs. Das schulinterne Konzept Sonderpädagogik regle die Fördermassnahmen klar, wird im Evaluationsbericht festgestellt. Diese erfolgen sorgfältig geplant und mit dem Regelklassenunterricht abgestimmt. Als Grundlage dafür wird eine gewinnbringende Zusammenarbeit zwischen Fach- und Klassenlehrpersonen genannt und auch der Umstand, dass für die gemeinsame Vor- und Nachbereitung des Unterrichts ausreichend Zeit eingesetzt werde.

Gesamtschulische Verbindlichkeit optimieren
Bei mehreren Qualitätsmerkmalen liesse sich das Potential noch besser ausschöpfen, wenn der Fokus verstärkt auf stufenübergreifende Kooperation und Verbindlichkeit gelegt würde. So stellt das Evaluationsteam etwa fest, dass die Lehrpersonen den Lernprozess der Schülerinnen und Schüler umsichtig begleiten. Kritisch wird aber angemerkt: «Eine Differenzierung des Lernangebots nach Schwierigkeitsgraden ist auf den Stufen unterschiedlich passend etabliert». Ähnliches gilt für die Beurteilungspraxis. Minimalstandards für die gemeinsame Beurteilung sind zwar formuliert, deren Förderorientierung sei aber je nach Stufe unterschiedlich ausgeprägt, so das Evaluationsteam. Bei der Qualitätssicherung und -entwicklung wird dem Schulteam attestiert, es nutze adäquate Instrumente und evaluiere Entwicklungsprojekte regelmässig. Die schulinterne Kooperation erfolge aber wenig verbindlich. Dies kommt auch im Bereich Schulführung zum Ausdruck, wo sich die Evaluatorinnen noch mehr gezielte und strukturierte Auseinandersetzung mit pädagogischen Entwicklungsfeldern wünschen würden.

Informierte Eltern wirken unterstützend
Der Erfolg einer Schule ist nicht zuletzt auch von der Zusammenarbeit mit den Eltern abhängig. Ist diese gut, so kann in der Regel auf Unterstützung durch das Elternhaus gezählt werden.

Wie das Evaluationsteam feststellt, klappt dies an der Schule Hittnau gut. Die Schule informiert passend und stellt verlässliche Kontaktmöglichkeiten sicher, die Lehrpersonen orientieren zweckmässig über klassenspezifische Belange. Dies reicht von einer umfassenden Webseite der Schule über Informationen der Schulleitung bis zu Quintalsbriefen der Lehrpersonen.

Ein besonderes Augenmerk widmet der Bericht der Elternmitwirkung, der in Hittnau durch zwei Elternräte, deren Vorstände und den Dachvorstand gewährleistet wird. Die Zusammenarbeit zwischen Eltern, Behörde, Schulleitung und Lehrpersonen bei Projekten und bei der Organisation funktioniere gut, stellt der Bericht fest. Trotzdem wünschen sich einige Eltern vermehrte Mitwirkungsmöglichkeiten.

Basis für nächstes Schulprogramm
Hauptzweck der externen Schulevaluation ist, der Schule Hinweise zu geben, in welche Richtung ihre Entwicklung sinnvollerweise gelenkt werden sollte. Massgebendes Instrument dafür ist das Schulprogramm, das für einen Zeitraum von fünf Jahren Ziele definiert, welche für die Schule im Vordergrund stehen. Das aktuelle und umfassende Schulprogramm mit den beiden Fokusthemen «neuer Berufsauftrag» und «Einführung Lehrplan 21» läuft derzeit aus.

Die Erarbeitung des neuen wird massgeblich auf die Erkenntnisse des Evaluationsberichts abstützen. Aus den Erfahrungen mit dem bald auslaufenden letzten Schulprogramm ist klar: Die neue Version muss schlank sein. Es muss darum gehen, Schwerpunkte zu setzen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Bereits klar ist, dass die Schülerinnen und Schüler sowie die Pädagogik im Zentrum stehen sollen.

Die Erarbeitung des neuen Schulprogramms hat die Schulpflege Ende Januar mit einem Strategiehalbtag bereits eingeleitet. Eine erste gesamtschulische Auseinandersetzung mit dem Thema findet am Weiterbildungs- und Planungstag vom 12. Februar statt. Im Anschluss werden die Resultate durch die Steuergruppe strukturiert, mit den Vorgaben der Schulpflege in Übereinklang gebracht und zum künftigen Schulprogramm verdichtet. Ende Mai erfolgt die Schlussberatung durch die Schulkonferenz, so dass die Festsetzung durch die Schulpflege vor dem Sommerferien erfolgen kann. Damit kann das neue Schulprogramm auf Beginn des Schuljahres 2021/22 in Kraft treten.

Christoph Boog

Evulationsbericht

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Evaluationsbericht_Schule_Hittnau_12.2020.pdf Download 0 Evaluationsbericht_Schule_Hittnau_12.2020.pdf