MZT Hittnau
Mehr als "nur" eine Doppelturnhalle

boo - Die Hittnauer Mehrzweckturnhalle hat ihre Feuertaufe bestanden. Mit einem dreitägigen Grossanlass ist das Bauwerk am letzten Oktober-Wochenende seiner Bestimmung übergeben worden. Gegen 200 Helferinnen und Helfer standen im Einsatz.

"Wir machen eine Grossgruppenfoto, welche später mal in den Geschichtsbüchern erscheint, wenn man von der Einweihung der Mehrzweckturnhalle Hittnau im Jahr 2010 schreibt." So begrüsste Schulpräsident Matthias Recher die rund 450 Hittnauer Schulkinder, die sich am Freitag kurz vor Mittag bereit gemacht hatten, die Halle in Besitz zu nehmen.
Hittnau in Bewegung
Recher schlug gleich den Bogen zu zwei Höhepunkten am Freitagabend: Einerseits ein interessantes Musikspektakel, andererseits die fünffache Weltmeisterin Tina Aeberli. "Sie beherrscht mit ihrem Sportgerät, dem Footbag, so viele und spektakuläre Kunststücke und Tricks wie niemand anders. Sie wird einigen von euch auch ein paar Tricks beibringen", machte der Schulpräsident die Kinder gluschtig. Die Idee dahinter sei unter anderem, so Recher, "dass ihr eure sportliche Aktivität in das Dorf hinaustragt und zeigt, dass Hittnau in Bewegung ist".
Begeisternde Darbietungen
Bereits um 10 Uhr war am Samstagmorgen Start in den Haupt-Einweihungstag. Führungen durch die Anlage, Spiele verschiedenster Art, ein Konzert der Jugend Brassband Musig Hittnau sowie die Festwirtschaft boten Gewähr, dass niemand wegen Hunger oder Langeweile dem Festgelände den Rücken zukehren musste.
Zum Auftakt der offiziellen Einweihungsfeier am Samstagabend konnte Conférencier Daniel Gautschi gleich ein erstes Highlight ansagen. Walter Keller, Musiklehrer der Musikschule Zürcher Oberland, hatte eigens zur Halleneinweihung ein Orchesterstück namens Phönix komponiert. Alle Instrumente, die in Hittnau unterrichtet werden, waren eingebunden. Geleitet von Pius Brunner, sorgte die Darbietung der jungen Musikerinnen und Musiker für einen ersten Begeisterungssturm.
Es sollte nicht der letzte sein. Die Stars des Abends waren ganz klar die Kinder und Jugendlichen, die es immer wieder verstanden, das Publikum von den Sitzen zu reissen. Der Schulchor mit rund 80 Kindern unter der Leitung von Eric Bühler, die Showblocks der Turner, aber auch der Auftritt der Brassband Musig Hittnau boten Gewähr für beste Unterhaltung.
Viele Anliegen unter einem Dach
"Was macht denn diese Einweihung so speziell?" Mit dieser Frage eröffnete Schulpräsident Matthias Recher den Reigen der Festredner. Es sei unter anderem das Staunen über das, was Hittnau gewagt und jetzt gewonnen habe, meinte Recher. "Die Mehrzweckturnhalle ist ein lang gehegter Wunsch und wird die Attraktivität von Hittnau steigern. Es soll wieder ein Ruck durch Hittnau gehen. Ein Ruck zu einer neuen Offenheit in diesem Dorf, weil dieser Bau ist nicht nur eine Doppelturnhalle ist, sondern auch Mittagstisch, Theater- und Konzertsaal, Messe- und Ausstellungszentrum - und nicht zuletzt der seit langem vermisste Dorfsaal für grössere Veranstaltungen der Schule oder der Politischen Gemeinde."
"Wir waren mächtig stolz auf die Auftragserteilung", führte Architekt Ueli Winzeler in seinen Grussworten aus. Die grösste Herausforderung sei gewesen, möglichst viele Vorgaben der Bauherrschaft - darunter vor allem das Kostendach - zu erfüllen, gleichzeitig aber auch wichtige Anliegen der Planer realisieren zu können. Erfreulicherweise hätten sich die Ansichten von Bauherrschaft und Architekten in vielen wichtigen Punkten gedeckt. Man könnte heute sagen, dass die für den Neubau bewilligten Kosten ausreichen.
Einige Gedanken zum Holzschnitzel-Wärmeverbund äusserte Stefan Treudler von Stadtwerk Winterthur. "Die Gemeinde Hittnau hat sich für Klimaschutz, lokale Wertschöpfung und einen versorgungssicheren Betrieb entschieden und mit Stadtwerk Winterthur einen Contractor gefunden, dem diese Punkte auch ein Anliegen sind." Mit der lokalen Verwertung des Holzes aus dem Forstrevier Pfäffikon garantiere man zudem sehr kurze Transportwege, und die Wertschöpfung finde langfristig gesichert in der Region statt, betonte Treudler.

Es war an Gemeindepräsident Christoph Hitz, den Reigen der Festredner abzurunden. "Ich bin der Überzeugung, dass diese Mehrzweckturnhalle ebenso viele Geschichten schreiben wird wie die einst an dieser Stelle stehende, nun verschwundene alte Halle, die für vier Generationen ein Zuhause war". Der Gemeindepräsident nutzte die Gelegenheit, den Neuzuzügern, die zum Fest eingeladen waren, die Vorzüge ihrer neuen Wohngemeinde vor Augen zu führen.

Abschluss mit Frühschoppenkonzert
Nach dem offiziellen Teil konnte einer der Geräteräume seine Mehrzweck-Tauglichkeit als Hexenbar bis in die frühen Morgenstunden unter Beweis stellen. Lang dauerte die ruhige Zeit in der Halle nicht. Bereits um 09.30 Uhr stand am Sonntagmorgen ein ökumenischer Gottesdienst auf dem Programm, gefolgt von einem Bauernbrunch. Abgeschlossen wurde das Einweihungswochenende wohl tönend mit einem Frühschoppenkonzert der Stoffelmusikanten.